Aktuelles

 

 

Region Paderborn-Land veranstaltet erstmals gemeinsamen Autogottesdienst [03.06.2020]

Gestalteten auf dem Gelände des Autokinos in Bad Lippspringe den ersten Autogottesdienst der Region Paderborn-Land (von links): Kirchenmusikerin Marianne Noeske, Pfarrerin Gabriele Hische aus Delbrück, Pfarrerin Antje Lütkemeier aus Bad Lippspringe und aus Sennelager, die Pfarrerin im Entsendungsdienst Melanie Freye. Fotos: Axel Langer

Beim Einsammeln der Kollekte war Kreativität gefragt: Über eine Geldrutsche konnte die Bibelverbreitung in Armenien unterstützt werden.

Getrennt und doch gemeinsam Hoffnung schöpfen

Bad Lippspringe (al). Nach und nach rollten rund 40 Autos aus Bad Lippspringe, Schloss Neuhaus, Sennelager, Delbrück und Hövelhof auf das Gelände des Autokinos in der Raiffeisen Straße in Bad Lippspringe. Wo sich sonst Quentin Tarentino oder James Bond die Klinke in die Hand gaben, fand der erste Autokino-Gottesdienst der Region Paderborn-Land statt. Mit rund 120 Personen in den Fahrzeugen war der ungewöhnliche Gottesdienst gut besucht.

„Waren die Menschen sonst durch ihre Sprache getrennt, sind wir heute durch Corona zum Abstand halten gezwungen“, begrüßte Pfarrerin Antje Lütkemeier aus Bad Lippspringe die Gäste. Sie dankte der Volksbank Schlangen sowie den zahlreichen Helfern für die Unterstützung des über eine UKW-Frequenz in die Auto-Radios übertragenen Gottesdienst. „Vor einigen Wochen wurden wir quasi von einem Tag auf den anderen gelähmt. Ich freue mich heute auf die besondere Begegnung mit Gott. Wir haben viele Wege gesucht, um bei den Menschen zu sein“, unterstrich Pfarrerin Gabriele Hische aus Delbrück. Pfarrerin im Entsendungsdienst, Melanie Freye aus Sennelager bestätigte: „Dieses Jahr läuft alles anders als geplant. In diesem Jahr brauchen wir etwas mehr Pfingsten als sonst. Etwas mehr brausen vom Himmel.“ Musikalisch begleitete Marianne Noeske den Gottesdienst unter freiem Himmel.

„Heute sprechen wir alle mit einer Sprache. Als Hoffnungsmenschen brauchen wir den Funken, der überspringt. Die Menschen sind einander verbunden, wir atmen die gleiche Luft, was jedoch in Corona-Zeiten verhängnisvoll ist. Auch kleine Schritte bedeuten in diesen Zeiten viel, sind sie doch für viele Menschen eine große Erleichterung“, betonte Gabriele Hische in ihrem Impuls. „Wir haben in den letzten Wochen viel auf Zahlen gestarrt: Infektionszahlen, Reproduktionszahlen. Ein hoher R-Wert bedeutete Distanz. Ein hoher Heiliger-Geist-Wert bedeutet aber das Gegenteil. Der Geist ist, wo Ermutigung entsteht und Trennung überwunden wird. Wir hoffen, dass Gottes R-Wert überspringt. Gottes Geist wirkt weiter, Gott sei Dank!“ so Antje Lütkemeier.

Beim Verlassen des Autokino-Geländes konnte über eine Geldrutsche für die Bibelverbreitung in Armenien gespendet werden. Hier erhalten Menschen, die sich auf ihre christlichen Wurzeln zurückbesinnen, eigene Bibeln. In Bibelkursen auch in abgelegenen Dörfern entdecken die Menschen in Armenien Gottes Wort wieder neu.

 

 

Noch keine Öffnung der Kirche für Gottesdienste [03.05.2020]

Obwohl es nach den Vorgaben der Landesregierung NRW ab dem 1. Mai theoretisch möglich ist, sollen mindestens im Mai keine Gottesdienste in der Kirche und auch nicht im Johann-Heermann-Haus stattfinden. Dies hat das Presbyterium so festgelegt. Die Gründe dafür sind: Es gibt Auflagen seitens der Landesregierung und der Evangelischen Kirche, die so einschneidend sind, dass an die Möglichkeit einer schönen und angemessenen Gottesdienstfeier in der Kirche nicht zu denken ist. So muss erst einmal ein Sicherheitskonzept erarbeitet, von verschiedenen Stellen genehmigt und eingehalten werden, und zwar ein garantierter Sicherheitsabstand für die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher von am besten zwei Metern.

Unser Küster, Herr Finkensiep, hat dies schon genau berechnet und dabei herausbekommen: es blieben in unserer Kirche gerade mal 26 Sitzplätze.

Das Foto oben zeigt, wie wenig Plätze genehmigt würden: Nur die Stühle mit dem blauen Rückenkissen dürfen besetzt werden und das sind im Mittelschiff gerade mal 8 Stühle!

Außerdem gibt es eine Mundschutzpflicht und jeder Gesang von Gemeinde oder auch einem Chor sowie das Spielen des Posaunenchors ist ausdrücklich verboten.

Es muss strenge Eingangs- und Ausgangskontrollen und immer Aufsicht während des Gottesdienstes geben.

So wollen wir für die nächste Gottesdienste erst einmal für Alternativen sorgen. Wir haben dafür ein Konzept erarbeitet, das sich sehen lassen kann. Es wird hier vorgestellt.

Die Gemeinschaft im Gottesdienst ist ein hoher Wert und wir arbeiten weiterhin daran, so bald es möglich ist, uns wieder unter Gottes Wort und auch zum Empfang von Brot und Kelch versammeln zu können. Gemeinschaft lässt sich aber auch auf andere Art erfahren. Dazu hat Superintendent Volker Neuhoff folgende Worte an die Gemeinde geschrieben:

„.. das Wort Gottes zu verkündigen: Es geschieht in Andachten in der Zeitung und durch das geistliche Wort... Online-Gottesdienste ermöglichen Beteiligung durch Kommentare, Predigtgespräche, Verabredungen…Unsere evangelische Aufgabe liegt meines Erachtens jetzt darin, nicht zum Kommen einzuladen, sondern hinzugehen zu den Menschen…“

Dafür, dass die Gemeinschaft in der Gemeinde aufrechterhalten bleibt, können wir also alle etwas tun. Wir haben uns im Presbyterium überlegt, wir schenken Ihnen allen zwei Postkarten. Die eine ist für Sie - behalten Sie sie und vergessen Sie uns nicht, wie auch wir Sie nicht vergessen wollen und in vielfacher Form immer wieder ansprechen wollen. Die andere Postkarte schenken Sie bitte einer Person Ihrer Wahl. Schicken Sie sie einfach jemandem, von dem Sie meinen, dass er oder sie sich über diese Karte freut, vielleicht noch mit ein paar liebevollen Worten oder stecken Sie sie in der Nachbarschaft in den Briefkasten. Wenn Sie noch mehr Karten benötigen - in den Pfarrämtern und im Gemeindebüro gibt es noch genug. Und wenn dann jemand mehr als eine solche Karte bekommt, dann ist für diesen Menschen die Freude nicht kleiner, sondern wächst mit jeder Karte.

So können wir alle etwas dazu beitragen, ein lebendiges Gemeindeleben auch ohne Gottesdienste in der Kirche aufrecht zu erhalten.

Aktionswoche der Schuldnerberatung [20.05.2020]

Gutes Aufwachsen für Kinder trotz Überschuldung

Paderborn (dph). Schuldnerberaterinnen und -berater arbeiten in der Regel mit Erwachsenen zusammen. Kinder kommen ab und zu in Begleitung ihrer Eltern, meistens dann, wenn keine Betreuung gewährleistet ist. „Wir können meist nur ahnen, wie sich die Überschuldungssituation materiell und vor allen Dingen psychisch auf Kinder auswirkt“, sagt Stefanie Michalsky von der Schuldnerberatung der Diakonie Paderborn-Höxter e.V.

Wie wirkt das auf ein Kind, wenn sich Eltern häufig über Geld streiten? Was empfinden Kinder für eine Not, wenn eine Wohnungsräumung oder Energiesperre droht oder durchgeführt wird? Kinder sind diesen Situationen noch hilfloser ausgesetzt als die Erwachsenen. Sie verstehen oft nicht, weshalb die Eltern verzweifelt sind und beziehen die Situation auf sich.

Abgesehen von den Krisensituationen sind Kinder aus überschuldeten Familien arm. Sie unterliegen damit den Ausgrenzungen, die arme Familien treffen. Kino oder Zoobesuche, oder sich mit Freunden im Schwimmbad treffen ist oft nicht im Haushaltsbudget drin. Die Teilnahme an Kindergeburtstagen ist nicht möglich, weil das Geld für ein Geschenk fehlt. Die Coronakrise trägt zur Verschärfung der Ausgrenzung bei. So verfügen zum Beispiel Kinder aus Haushalten, die auf Arbeitslosengeld angewiesen sind, nicht immer über einen Computer, um während der Schulschließungen Aufgaben zuhause bearbeiten zu können.

„Wir Schuldnerberaterinnen und -berater begrüßen daher, dass die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) den Fokus ihrer bundesweiten Aktionswoche auf die Kinder in überschuldeten Familien legt.“ sagt Michalsky. „Wir erleben immer wieder, wie überfordert Familien und vor allem Alleinerziehende mit der Sicherstellung von Unterhalt für ihre minderjährigen Kinder sind.“ Unterhaltsklagen einzureichen, Kindergeld, Kindergeldzuschlag, Unterhaltsvorschuss sowie Bildungs- und Teilhabepakete bei verschiedenen Behörden zu beantragen, sei kompliziert, erklärt die Schuldnerberaterin. Hier fordert die AG SBV eine Vereinfachung und eine einfache grundlegende finanzielle Absicherung für Kinder, die dem Entwicklungsstand angepasst ist und endlich den Forderungen des Bundesverfassungsgerichtes entspricht.

Besonders benachteiligt sind häufig überschuldete Patchworkfamilien. Bei der Berechnung von Sozialleistungen werden alle Einkünfte der Lebensgemeinschaft auf die Hilfe angerechnet. Im Zwangsvollstreckungsrecht kann der Schuldner dies nicht geltend machen. Hier werden nur leibliche oder adoptierte Kinder bei einer Pfändung berücksichtigt. Da Stiefkinder nicht berücksichtigt werden, ist das Existenzminimum dieser Familien häufig nicht gesichert. „Diesen Widerspruch verstehen weder Klienten noch wir Berater, denn alle Kinder sitzen ja am Tisch und wollen versorgt werden“, betont Stefanie Michalsky. Sie unterstützt daher die Forderung, Sozialrecht und Vollstreckungsrecht so anzupassen, dass alle Kinder geschützt sind.

Michalsky teilt außerdem die Forderung der AG SBV nach einer systematischen finanziellen Allgemeinbildung in Kitas, Schulen und außerschulischen Einrichtungen. Schuldnerberaterinnen und -berater berichteten nur sehr selten Kindern und Jugendlichen von ihrer Arbeit, weil es nicht ihre Kernaufgabe sei.

Die AG SBV fordert auch ein Recht auf Schuldnerberatung für alle, unabhängig vom Einkommen. „Es ist zu befürchten, dass die Coronakrise große Auswirkungen auf kleinere und mittlere Einkommen haben wird. In diesem Fall sollte die Begrenzung von 25 Prozent der Beratungskapazität für Familien, die kein ALG II oder Grundsicherungsleistungen beziehen, im Kreis Paderborn aufgehoben werden“, so Michalsky.

„Auch Kinder können schon überschuldet sein, zum Beispiel durch Rückforderungsansprüche von Sozialbehörden, ein überschuldetes Erbe oder wenn Kaufsüchtige Verträge auf den Namen von Kindern abschließen“, erklärt Michalsky. Es gibt zwar eine gesetzliche Regelung für den Haftungsschutz bei Minderjährigen, aber die Betroffenen müssen mit 18 selbst aktiv werden, um diesen Schutz zu erhalten. Hier sollte zumindest eine Verschuldung durch das Sozialrecht von vornherein ausgeschlossen sein, so die Forderung der AG SBV.

Kontakt: Auch in der Coronakrise kann die Schuldnerberatung der Diakonie Paderborn-Höxter e.V. erreicht werden. Hilfe kommt über Telefon und Mail. Anlaufstelle ist das Sekretariat der Schuldnerberatung, von dort werden Ratsuchende zu den Beraterinnen und -beratern vermittelt.

Telefon: (05251) 54018-48 oder 54018-42;

Mail: koskinas(at)diakonie-pbhx(dot)de oder gans(at)diakonie-pbhx(dot)de

Die ökumenische TelefonSeelsorge [29.04.2020]

Ein offenes Ohr in Krisenzeiten - die TelefonSeelsorge ist auch jetzt für Ratsuchende da!

Die Telefonseelsorge Paderborn steht rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr für Ratsuchende bereit – telefonisch, per Chat und Mail. Sie will Menschen in Not und Krisen anonym und vertraulich beistehen.

Träger der ökumenischen Telefonseelsorge Paderborn sind der Gemeindeverband katholischer Kirchengemeinden Hochstift und der Evangelische Kirchenkreis Paderborn.

Gebührenfreie Telefonnummern: 0800/1110111 und 0800/1110222

Internet: www.telefonseelsorge-paderborn.de

Änderung der Friedhofssatzung [15.04.2020]

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde gibt bekannt, dass in der Sitzung vom 07.04.2020 eine Änderung der Friedhofssatzung und eine neue Gebührensatzung ab 01.05.2020 beschlossen wurde.

Die Satzungsänderung und die neue Gebührensatzung können im Schaukasten an der Evangelischen Kirche, Detmolder Str. 173 eingesehen werden.

#hoffnunghamstern [01.04.2020]

Pastorin Lütkemeier hatte Ihre Konfirmanden/-innen gebeten, sich an der Aktion #hoffnunghamstern zu beteiligen.

Es ging darum, Steine zu sammeln, sie mit Hoffnungszeichen zu bemalen und sie dann auszulegen, wo andere Menschen sie sehen und sich freuen können. Hier sind einige Steine von Melissa Meier.

#hoffnunghamstern ist eine Idee aus dem Internet, die Menschen an den verschiedensten Orten in einem verbindet: Hoffnung und gute Gedanken verbreiten, auch und gerade mit dem christlichen Glauben.

 

 

Evangelische Kirche lädt zum Balkonsingen ein [26.03.2020]

„Der Mond ist aufgegangen“ auf dem eigenen Balkon oder im Garten

Täglich um 19 Uhr lädt die Evangelische Kirche alle Menschen ein, gemeinsam „Der Mond ist aufgegangen“ zu singen oder zu musizieren – jeder und jede auf seinem Balkon oder im Garten. Denn Singen verbindet und tut gut.

Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen… diesen Text kennen viele auswendig und haben ihn schon als Kind als Abendlied gehört. Man kann geborgen einschlafen, wenn am Ende – wie am Ende der ersten Strophe - alles wunderbar ist. Die letzte ebenfalls sehr bekannte Strophe mit ihrer Anrede So legt euch denn ihr Brüder (gemeint waren schon damals alle Menschenkinder) führt allerdings mitten hinein in unsere Tage. Denn nun ist nicht mehr alles einfach wunderbar, sondern der Abendhauch ist kalt. Es gibt damals noch die Angst vor Strafen Gottes, und die Sorge um den ruhigen Schlaf, die viele heute umtreibt, und ja, um unsern kranken Nachbarn auch.

Als Matthias Claudius diesen Text 1779 schrieb, waren Krankheit und Tod ganz anders präsent als heute. Vieles, was uns heute als Lappalie erscheint, war für Menschen unbesiegbar, lag also in Gottes Hand. Das Jahrzehnt, in dem der Text entstand, war von Hungerkatastrophen und neuen, tödlichen Infektionskrankheiten in vielen Regionen Deutschlands verbunden. Und da schreibt Matthias Claudius, der selbst viel Krankheit und Tod und Leid in seiner Familie erlebt hat, diesen Text voller Zuversicht und Vertrauen. Dieses Gottvertrauen lässt vielleicht diejenigen in diesen Tagen tief durchatmen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als die Sorgen um Angehörige, die direkt betroffen sind oder aber im Ausland festsitzen, die Sorgen der Krisenstäbe, eben all des Tages Jammer einmal eine Zeitlang zu verschlafen oder sei es nur für die Dauer dieses Liedes zu vergessen. Wer in die Welt blickt, wird ermutigt dazu, mehr zu sehen als das, was gerade für jeden sichtbar ist. Es gibt Hoffnung. Der Mond ist doch rund und schön. Diese Welt, die guten Seiten des Miteinanders, auch die unfreiwillige Entschleunigung, die Kreativität an vielen Stellen sind und bleiben schön.

Liedtext Der Mond ist aufgegangen"

Foto: Heinrich Linse / pixelio.de

Was tröstet in dieser schwierigen Zeit? [21.03.2020]

Was tröstet, was macht mir Mut?

Mit abstrakten Worten – und seien sie noch so klug - lässt sich das wohl kaum erklären. Trost lässt sich nicht definieren. Von erfahrenem Trost muss man erzählen. Ich lade Sie deshalb ein, davon zu erzählen: Was hat mich getröstet? Was hat mir Mut gemacht?

Ich lade Sie ein, diese Sätze oder kleinen Geschichten aufzuschreiben und an unsere Gemeinde-Adressen zu schicken Email oder Post. Wir veröffentlichen sie dann hier auf unserer Homepage (mit oder ohne Ihren Namen, so wie Sie das wünschen).

Ihre Pfarrerin

Antje Lütkemeier

Grafik: gemeindebrief.evangelisch.de

„Es läuten alle Glocken, sie läuten nah und fern ..“ [20.03.2020]

„Es läuten alle Glocken, sie läuten nah und fern ..:“ Dieses schöne Kinderlied haben wir irgendwann einmal alle mit gesungen.

In diesen Tagen läuten wieder alle Glocken, manche zu ganz ungewöhnlichen Zeiten. Und was das Besondere ist, was es auch so noch nie gegeben hat: Sie laden nicht ein zum Gottesdienst. Im Gegenteil! Sie läuten die Botschaft: „Bleibt zuhause!“ „Versammelt euch NICHT – auch nicht im Haus Gottes!“ Bundeskanzlerin Merkel hat es so ausgedrückt: „Im Moment ist nur Abstand Ausdruck von Fürsorge.“

Die Glocken erinnern uns aber auch daran, dass das Feiern von Gottesdiensten, das gemeinsame Beten und Hören auf Gotteswort nicht an den Innenraum der Kirche und auch nicht an den Sonntagvormittag gebunden sind.

Vielleicht ist dies im Moment der richtige Zeitpunkt, sich daran zu erinnern, warum überhaupt die Glocken läuten. Dreimal am Tag: morgens, mittags, abends. Dies stammt noch aus der Zeit, als die Menschen keine eigenen Uhren hatten. Eigentlich stammt das Läuten der Glocken aus den Klöstern und geschah noch viel öfter am Tag. Heute rufen die Glocken dreimal am Tag zum Gebet: Zum Frühstück, zum Mittagessen und zum Abendbrot: „Komm, Herr Jesus, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast.“

Die Glocken rufen auch auf, kurz inne zu halten in der Betriebsamkeit des Tages und uns auf das Wesentliche zu besinnen: Was ist wirklich wichtig in meinem Leben? Was macht mein Leben lebenswert? Sie lädt uns ein, in einem Augenblick der Stille zu dem hinzuwenden, der unser Leben trägt und hält: Gott zu danken und ihm die momentanen Sorgen und Nöte anzuvertrauen.

Und die abendliche Glocke lädt uns zudem ein, an die Verstorbenen zu denken in dem Vertrauen, sie leben bei Gott weiter und wir bleiben über den Tod hinaus mit ihnen verbunden.

Von besonderer Bedeutung sind die Glocken am Sonntag. Dann rufen sie eigentlich zum Gottesdienst. Jetzt rufen sie uns alle in besonderer Weise zum gemeinsamen Gebet. Gerade bei dem Vaterunser-Läuten sollen wir mit beten, auch im Bewusstsein, dass wir damit mit vielen tausend Menschen über alle konfessionellen Grenzen hinaus verbunden sind. Das ist eine Kraftquelle. Das ermutigt und schenkt große Hoffnung.

Lassen Sie uns alle das Glockenläuten in diesen besonderen Zeiten ganz bewusst hören. Folgen wir der Einladung, innezuhalten, zu beten, zu spüren, dass wir damit in diesem Moment mit so vielen Menschen verbunden sind, die genauso fühlen wie wir selbst. Das tut gut.

Hier hören Sie ein 5-minütiges Geläut der Ev. Luth. Neustädter Marienkirche in Bielefeld. Seit 1948 ist sie Predigtstätte des/der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Hier finden Sie Angebote für Gottesdienste und Andachten im Radio, Fernsehen und Internet.

Glockenfoto: gemeindebrief.evangelisch.de

Zum Schmunzeln: "Systemrelevante Berufe" [21.03.2020]

..., sondern Euch noch eine kleine Geschichte schenken, die unsere große Tochter Linda vorgestern in der Straßenbahn auf dem Weg zur Arbeit mitbekommen hat.

Hinter ihr saßen zwei Mütter, die zusammen mit ihren Kindern im Kindergartenalter unterwegs waren. Die Mütter unterhielten sich darüber, dass sie jetzt nicht ihre Kinder in eine Betreuung geben können, weil sie eben nicht zu den "systemrelevanten Berufen" gehören. Daraufhin fragte ein Kind: "Was sind das, System-Berufe?" Darauf erklärte die Mutter: "Das sind die Berufe, die jetzt ganz besonders wichtig sind, die Ärzte und Pflegerinnen, die helfen, die Menschen wieder gesund zu machen, die Verkäuferinnen in den Lebensmittelgeschäften..." - "Du, Mama, ich möchte später auch so ein Systemberuf werden!" - "Oh, ja, mein Kind, das ist gut. Was möchtest Du denn dann später werden?" - "Ich - ich möchte Zahnfee werden!"

Die ganze Straßenbahn hat sich gefreut und wünschte diesem Kind viel Glück! Bewahrt auch Ihr Eure Träume, wer weiß, vielleicht werden Sie ja doch noch eines Tages wahr!

Zeichnung: Natalia Ovcharenko from Pixabay

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